germany-deutschland.com Deutsch English Italiano EspaÑol FranÇais 

 

 

Großstädte in Deutschland - Nürnberg

Die alte Reichsstadt Nürnberg (engl./frz.: Nuremberg) ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Frankens und mit ca. 494.400 Einwohnern (31. Dezember 2003) hinter München die zweitgrößte Stadt des Freistaats Bayern. Die kreisfreie Stadt bildet mit den Städten Fürth und Erlangen ein Städtedreieck, welches das Kernland des mittelfränkischen "Großraums" (Ballungszentrum) bildet und eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern darstellt. Nächst gelegene Großstädte sind München, ca. 150 km südöstlich, Stuttgart, ca. 156 km südwestlich, und Frankfurt am Main, ca. 186 km nordwestlich.

Die Einwohnerzahl Nürnbergs überschritt um das Jahr 1880 die Grenze von 100.000 Einwohnern und machte die Stadt damit zur Großstadt.

Die Region Nürnberg mit rund 2 Millionen Einwohnern, 10 000 Quadratkilometern Fläche und einem Bruttoinlandsprodukt von 50 Milliarden Euro zählt zu den wirtschaftsstärksten Räumen in Deutschland. Im Frühjahr 2005 soll die MKRO formal über die Anerkennung der Region Nürnberg als Metropolregion entscheiden.

Geografie

Nürnberg liegt zu beiden Seiten der Pegnitz, eines Flusses, der etwa 80 Kilometer nordöstlich der Stadt entspringt, nach Eintritt in das Stadtgebiet, dieses von Ost nach West auf einer Länge von ca. 14 km durchfließt - wobei der Fluss im Bereich der Altstadt stark kanalisiert ist - und nach Verlassen des Stadtgebiets, nur wenige Kilometer nördlich der Innenstadt von Fürth, zusammen mit der Rednitz den Fluss Regnitz bildet.

Das Gebiet der Stadt umfasst eine Fläche von 186,6 km². Im Westen ist Nürnberg fast mit der Nachbarstadt Fürth zusammengewachsen.

Nördlich der Stadt liegt relativ flach das fruchtbare Knoblauchsland, welches zugleich auch die westliche Anflugschneise für den Nürnberger Flughafen bildet.

Die nördliche Begrenzung der Altstadt bildet der Burgberg mit der Nürnberger Burg.

Geschichte

Mittelalter

Nürnberg wurde bereits am 16. Juli 1050 als nuorenberc (felsiger Berg) erstmals urkundlich erwähnt; Grabungen im Burghof haben 2003 (?) Siedlungsspuren nachgewiesen, die deutlich vor dem Jahr 1000 liegen. Bei diesen Siedlungspuren wurde auch ein Fundament eines runden Turmes mit einer Wandstärke von 2 Metern ausgegraben, der nach Angaben des Landesamtes für Denkmalpflege vor 1000 errichtet wurde. Dieser salische Turm stand im Bereich der Kaiserburg. Seit Heinrich III. erlangte Nürnberg als kaiserlicher Stützpunkt Bedeutung für das Reich; südlich unterhalb der Burg, die 1183 und 1207 als "Pfalz" bezeichnet wurde, bezogen die Burgmannen Wohnquartiere und die dortige Siedlung, zu der offensichtlich auch Kaufleute und Handwerker gehörten, erhielt das Marktrecht.

Kaiser Friedrich II. machte Nürnberg 1219 zur freien Reichsstadt. Durch die Goldene Straße nach Prag wurde die Stadt zu einem Handelszentrum.

Kaiser Ludwig der Bayer wählte Nürnberg gern als Aufenthaltsort; ebenso dann Karl IV., der 1356 festlegte, dass jeder Kaiser den ersten Reichstag nach seiner Wahl in Nürnberg abhalten sollte. 1423 übergab Kaiser Sigismund die Reichskleinodien "auf ewige Zeiten" der Stadt (vgl. die Kaiserbilder von Albrecht Dürer).

Zwischen 1491 und 1493 baut Martin Behaim in Nürnberg den ersten Globus.

Neuzeit

Zwischen 1517 und 1525 festigte sich die Reformation in Nürnberg. Mit Melanchthons Unterstützung entstand 1526 ein Gymnasium, an das man fähige Lehrer ziehen konnte. 1533 wurde eine neue, sich auch auf das Landgebiet erstreckende Kirchenordnung erlassen.

1543 wurde zum letzten Mal ein Reichstag nach Nürnberg einberufen.

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges erlebte Nürnberg mit dem »Friedensmahl«, das Pfalzgraf Karl Gustav, der spätere König von Schweden, am 25. September/5. Oktober 1649 im großen Saal des Rathauses gab, noch einmal einen bedeutendes Ereignis.

1803 wurde Nürnberg von Napoleon Bayern zugeschlagen.

Ab 1809 erhielt die Stadt einen eigenen »Polizeikommissär« und unterstand somit direkt der Kreisverwaltung. Später bezeichnetet man solche Städte als "kreisfrei".

1835 fuhr die erste Eisenbahn in Deutschland, gezogen vom Adler, auf der Ludwigsbahn zwischen Nürnberg und Fürth mit einer Länge von rund 6 km.

1862 wurde das Bezirksamt Nürnberg gebildet, aus dem später der Landkreis Nürnberg hervorging, welcher bei der Kreisreform 1972 überwiegend im Landkreis Nürnberger Land aufging. Die Stadt selbst blieb stets eine kreisfreie Stadt.

1903 wurde der Rangierbahnhof eröffnet, einer der größten Europas, in der seltenen Bauform eines Gefällsbahnhofes. Im Anschluss an das größte gemessene Hochwasser im Februar 1909 (Abfluss von 370 m³/s) wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen wie Begradigungen, Befestigungen und Vertiefungen ergriffen, die jedoch nur bedingten lokalen Nutzen brachten. Nürnberg, Rathaus, Westfassade, im Hintergrund ein Teil der Burg, von SSW (November 2003)

Während der Zeit des Dritten Reiches war Nürnberg die "Stadt der Reichsparteitage". Alleine schon deshalb war Nürnberg im Zweiten Weltkrieg eines der bevorzugten Ziele der Alliierten Bomber, geriet wegen seiner Lage im Süden Deutschlands jedoch erst relativ spät in ihren Aktionsradius. Nachdem einige vorherige Bombardierungen recht "glimpflich" überstanden wurden, flogen am 2. Januar 1945 fast 600 große Langstreckenbomber Nürnberg an und warfen innerhalb einer Stunde 6.000 Sprengbomben und eine Million Brandbomben ab. Die Bevölkerung hatte über 2.000 Tote und 100.000 Obdachlose zu beklagen. Durch diesen Angriff wurde die Nürnberger Altstadt zerstört, die Stadt als Ganzes schwer beschädigt. 39% aller Häuser waren nicht mehr vorhanden, weitere 52% schwer bzw. mittelschwer beschädigt. So blieben nur 9% der Häuser – besonders in den Außenvierteln der Stadt – verschont. Insgesamt war Nürnberg die nach Dresden am stärksten zerstörte deutsche Stadt. Beim Wiederaufbau orientierte man sich an den alten Stadtstrukturen, sodass Nürnberg mit seinem mittelalterlichen Charme wiedererstanden ist. Heilig-Geist-Spital, zum Teil über der Pegnitz errichtet, aus westlicher Richtung aufgenommen (ca. 2003-12-17)

Die Stadt wurde am 20.4.1945 von Einheiten der 7. US-Armee besetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg, ab November 1945 hielten die Siegermächte hier die Nürnberger Prozesse gegen führende Kriegsverbrecher der nationalsozialistischen Diktatur ab.

Verwaltungsgeschichte

An der Spitze der Stadt Nürnberg stand ab 1105 vermutlich ein Reichsvogt als Oberster Richter und Vertreter des Königs. Seit 1138 übte der Burggraf mit wechselnden Titeln dieses Amt aus. Daneben gab es ab 1219 einen Rat als städtische Selbstverwaltung mit einem Schultheißen, später Bürgermeister, an der Spitze. Nach dem Übergang an Bayern 1808 bestand zunächst ein Lokalkommissariat sowie eine Polizeidirektion und andere kommunal Behörden. Ab 1818 wurde ein Magistrat eingerichtet mit einem Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister an der Spitze. Daneben gab es ein Kollegium der Gemeindebevollmächtigten. Beide Gremien wurden 1919 zum Stadtrat vereinigt.

Religionen

Die Bevölkerung Nürnbergs gehörte ursprünglich zum Bistum Eichstätt, ab 1016 wurde das Gebiet nördlich der Pegnitz dem Bistum Bamberg zugeordnet. 1524 führte die Reichsstadt Nürnberg die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein. Danach blieb sie über Jahrhunderte eine protestantische Stadt. Lediglich das exterritoriale Gebiet der Deutschordensniederlassung blieb katholisch. Nach dem Übergang der Stadt an Bayern 1808 wurde die Bevölkerung Teil der Protestantischen Kirche des Königreichs Bayern, die zunächst lutherische und reformierte Gemeinden umfasste. Im gleichen Jahr wurde das Generaldekanat, 1810 das Dekanat Nürnberg und 1934 der Kirchenkreis Nürnberg errichtet. Die Kirchengemeinden der Stadt Nürnberg gehören heute zum Dekanat Nürnberg, das mit 3 Prodekanaten (Nürnberg-Mitte/Nord, Nürnberg-Ost, Nürnberg-West) geführt wird.

Seit dem 19. Jahrhundert gab es auch für die reformierten Gemeindeglieder eine eigene Gemeinde, die 1853 zusammen den anderen reformierten Gemeinden Bayerns eine eigene Synode erhielt. 1919 trennten sich die reformierten Gemeinden formell von der Protestantischen Kirche Bayerns. Seither gab es in Bayern zwei protestantische Landeskirchen, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und die "Reformierte Synode in Bayern rechts des Rheins", die sich seit 1949 "Evangelisch-reformierte Kirche in Bayern" nannte und heute Teil der Evangelisch-reformierten Kirche - Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland (Synodalverband XI) ist.

Spätestens seit dem 18. Jahrhundert nahm auch die Zahl der Katholiken in der Stadt wieder zu. Im Jahre 1810 entstand die erste katholische Gemeinde in Nürnberg seit der Reformation. Sie erhielt 1816 die Frauenkirche zur dauerhaften Nutzung. Seither nahm der Anteil der katholischen Bevölkerung ständig zu und weitere Gemeinden entstanden. Insbesondere wurden auch katholische Vororte nach Nürnberg eingegliedert, so dass das Verhältnis der katholischen Bevölkerung im 20. Jahrhundert etwa 1/3 zu 2/3 war. Die Pfarrgemeinden der Stadt gehören überwiegend zum Dekanat Nürnberg des Erzbistums Bamberg. Die Pfarreien in den südlichen Stadtteilen gehören zum Dekanat Nürnberg-Süd des Bistums Eichstätt.

Wappen

Das Große Wappen der Stadt Nürnberg (Abb. siehe Basistabelle) zeigt in Blau einen goldenen Adler mit herschauendem, golden gekröntem Königshaupt. Dieses Wappen wird schon im Siegel von 1220 erwähnt und versinnbildlicht das Reich ("Reichsstadt"). Der Kopf wurde zeitweise auch als Frauenkopf dargestellt. In seiner heutigen Form wurde das Große Wappen 1936 verliehen und 1963 vom Stadtrat bestätigt.

Das Kleine Wappen der Stadt Nürnberg zeigt in gespaltenem Schild, vorne in Gold, einen halben, rot gezungten und golden bewehrten schwarzen Adler am Spalt, hinten fünfmal schräg geteilt von Rot und Silber. Die Schrägteilung ist schon seit 1260 nachweisbar. Der Reichsadler kam ab 1350 hinzu und stellte somit das Rücksiegel dar. Seit 1513 wurde diese Abbildung in den Siegeln der Ämter und Außenbehörden Nürnbergs verwendet, wobei die Zahl der Schrägbalken und die Farbgebung mehrmals variierte. Die heute noch gebräuchliche Form wurde 1936 zusammen mit dem Großen Wappen verliehen. Aus dem kleinen Wappen leitet sich auch die Stadtflagge ab. Sie zeigt die Farben Rot und Weiß ebenfalls in Schrägteilung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Innerhalb der Mauern der nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebauten Stadt gibt es zahlreiche z.T. mittelalterliche Bauwerke von großen kunst- und kulturhistorischem Wert.

  • Sehenswert sind u.a.: Die Kaiserburg (das Wahrzeichen der Stadt ), der Hauptmarkt (zu Weihnachten findet hier der berühmte Christkindlesmarkt statt) und "Schöner Brunnen" (bekannt wegen des scheinbar nahtlosen Kupferrings - (Goldener Ring) - an dem alle Touristen drehen wollen, damit ihre Wünsche in Erfüllung gehen.), die Frauenkirche und die Lorenzkirche, St. Sebald, Heilig-Geist-Spital (liegt direkt an der Pegnitz), der Henkersteg, der Weiße Turm, Albrecht-Dürer-Haus, das Planetarium, der Tiergarten, das Reichsparteitagsgelände, das Spielzeugmuseum, das Verkehrsmuseum (siehe Museen) ...
  • Figur - "Schöner Brunnen", Hintergrund: Frauenkirche

Tourist Informationen gibt es in der NÜRNBERG INFO gegenüber dem Hauptbahnhof.

Museen

Nürnberg ist reich an kunst- und kulturgeschichtlichen Museen - viele Kunstobjekte befinden sind heute in den über die Stadt verteilten Museen.: Albrecht-Dürer-Haus, DB Museum, Germanisches Nationalmuseum, Stadtmuseum Fembohaus, Spielzeugmuseum, Museum Tucherschloss, Museum Industriekultur, Neues Museum Nürnberg (Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg) etc.

Einmal jährlich findet die Blaue Nacht statt.

Die Kongresshalle am ehemaligen Reichsparteitagsgelände beherbergt seit 2001 das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, in dem die Geschichte Nürnbergs als »Stadt der Reichsparteitage« während der Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet wird.

Theater und Konzert

Staatstheater Nürnberg, Meistersingerhalle, Gostner Hoftheater, Nürnberger Burgtheater, Tassilotheater

Regelmäßige Veranstaltungen

Der Christkindlesmarkt findet in der Vorweihnachtszeit, immer vom Freitag vor dem 1. Advent bis einschließlich 24. Dezember, auf dem Nürnberger Hauptmarkt statt und lockt zahlreiche, auch internationale, Touristen an.

Das Bardentreffen mit zahlreichen kostenlosen Konzerten wird jährlich am letzten Wochenende im Juli an verschiedenen Spielstätten in der Altstadt durchgeführt.

Seit 2000 findet jedes Jahr an einem Samstag Mitte Mai die Blaue Nacht statt, eine Kulturnacht mit geöffneten Museen, Kunstprojekten, Performances und Musik in der gesamten Innenstadt.

Klassik Open Air, auch "Woodstock" der klassischen Musik genannt, findet am Luitpoldhain (im Juli und August statt). An einem Tag spielen die Nürnberger Symphoniker an dem anderen Nürnberger Philharmoniker. Der Eintritt ist frei.

Die Nürnberger Spielwarenmesse.

Rock im Park.

Nürnberg wird auch häufig als Noris bezeichnet. Siehe auch Norisring.

Kulinarische Spezialitäten

Als kulinarische Spezialitäten gelten unter anderem:

  • Nürnberger Bratwürste und Nürnberger Rostbratwürste mit Kraut (fränk.: "Nämbercher Broudwärschd")
  • Nürnberger Lebkuchen
  • Stadtwurst
  • Ochsenmaulsalat
  • Brezeln (Breezn)
  • gebratene Schweineschulter ("Scheiferla")
kaiser permanente find a doctor